Dieses Blog durchsuchen

Rezension: Die schönsten Lebensweisheiten (Broschiert)

Der Herausgeber Philipp Werner nennt sein Buch "Die schönsten Lebensweisheiten". Das seine Aussage subjektiv gemeint ist, setze ich voraus und streite insofern nicht um den Wahrheitsgehalt.
Untergliedert hat er die Weisheiten in die Kapitel:

Vom tätigen Leben

Lob des Müßiggangs

Vom Zusammenleben

Von Freundschaft und Liebe

Vom Glück und Unglück

Lebenskunst und Vergänglichkeit

Die Weisheiten stammen von Personen wie Immanuel Kant, Friedrich Nietzsche, Georg Christoph Lichtenberg, Johann Wolfgang Goethe, Konfuzius, Seneca, Baltasar Gracián, La Rochfoucauld und vielen anderen mehr.

Nicht immer erstrecken sich die Überlegungen der genannten Personen bloß über eins zwei Sätze, mitunter nehmen sie stattdessen eine halbe oder gar eine ganze Seite ein, eigenen sich insofern nicht, um auf die Schnelle klug zu zitieren, sondern eher dazu, intensiv über das zu Papier gebrachte nachzudenken und dabei eventuell selbst ein wenig weise zu werden:-))

Interessant finde ich grundsätzlich, dass sich die Zeit immer weiterbewegt und der technische Fortschritt alles verändert, doch wir Menschen in unserem Verhalten zueinander und unsere Sehnsüchte sich kaum verändern. Im Grunde hinken wir dem technischen Fortschritt Lichtjahre hinterher. Deshalb auch macht es kein Problem, sich bei griechischen und römischen Philosophen Rat und bei dem Spanier Baltasar Gracian oder Kant Denkhilfe zu holen, wenn wir mal wieder nicht wissen, wie wir Phänome wie Glück oder Unglück einschätzen sollen und erfahren dann bei Gracian beispielsweise: "DIE KUNST, GLÜCK ZU HABEN: Es gibt Regeln für das Glück, denn für den Klugen ist nicht alles Zufall. Die Bemühung kann dem Glück nachhelfen. Einige bemühen sich wohlgemut an das Tor der Glücksgöttin zu stellen und zu erwarten, dass sie öffne. Andere, schon besser, streben vorwärts und machen ihre kühne Klugheit geltend, damit sie auf den Flügeln ihres Wertes und ihrer Tapferkeit die Göttin erreichen und ihre Gunst gewinnen mögen. Jedoch richtig philosophiert gibt es keinen anderen Weg als den der Tugend und Umsicht, indem jeder gerade so viel Glück und so viel Unglück hat als Klugheit und Unklugheit," (Zitat: S. 77).

Paul Valéry bringt diesen Gedanken wenige Seiten danach mit einer kurzen, sehr klugen Sentenz auf den Punkt: "Suche nach " Glück"- Beweis der Mittelmäßigkeit", (Zitat: S.84).

"Fortune" kann man nicht suchen. Sie ist launig, kommt und geht, wann sie will, löst sich in Wohlgefallen auf, wenn ihr danach ist. Man hat keine Chance sie zu bezirzen. Auf sie zu bauen bedeutet, sich sehenden Auges ins Unglück zu stürzen. Nicht nur Spieler können ein Lied davon singen.

Immanuel Kant drückt es mal wieder perfekt aus: "Es ist nichts beständiger als die Unbeständigkeit" (Zitat: Kant, S. 89).
Empfehlenswert.
Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.

Rezension: Werde, der du bist.

1400 griechische Zitate wurden für dieses Buch ins Deutsche übersetzt und von Prof. Dr. Anton Grabner-Haider, dem Herausgeber, überaus eloquent erläutert.

Man hat Gelegenheit sich in Sentenzen aus Alten und Neuen Testament, auch solche von Philosophen, Weisheitssprüche der Vorsokratiker, neugriechische, volkstümliche Sprichwörter, neugriechische allgemeine Lebensweisheiten und Sinnsprüche von Dichtern und Denkern zu vertiefen. Untergliedert sind die Zitate in sechs Abschnitte.

Ich lese in Zitate-Büchern gerne vorm Einschlafen, um mit einem klugen Gedanken in die Nacht zu gehen und den Kopf mit Sinnvollem zu beschäftigen.

Damit Sie eine Vorstellung davon erhalten, was Sie in diesem Buch erwartet, werde ich drei Zitate und die entsprechenden Erläuterungen von Prof Dr. Anton Grabner-Haider an dieser Stelle zitieren.

„Kakia de nosos te kai aischos kai astheneia tes psyches (Platon, Politeia IV, 444 d)

„ Die böse Tat zeigt die Krankheit, die Hässlichkeit und die Schwachheit der Seele.“

„Für Platon kommt jede böse Tat aus einer kranken und hässlichen Einstellung zu den Mitmenschen. Diese Einstellung können wir verändern.“ (Zitat: Prof. Dr. Grabner-Haider)

Meine Hochachtung vor der Zuversicht des Herausgebers, die sich in der Erläuterung von Platons Sentenz ausdrückt. Ich bin mir nicht sich, ob sich charakterliche Schräglagen im fortgeschrittenen Alter noch ins Lot bringen lassen und folge hier eher Kants Meinung, dass sich der Charakter eines Menschen im Alter von 40 Jahren herausgebildet hat und sich von da an wenig wandelbar zeigt.

„Ta men pou hygienia hygieian empoiei, to de nosode noson (Platon, Politeia” IV, 444c)

Das Gesunde bewirkt Gesundes, der Kranke erzeugt jedoch Krankes”

„Diese Aussage gilt vor allem für unsere seelische Verfasstheit. Denn an der Seele verletzte Menschen streben danach, auch ihre Mitmenschen zu verletzen und zu schädigen.“ (Zitat: Prof. Dr. Grabner-Haider.)

Hier stimme ich der Erläuterung völlig zu. Deshalb auch sollten wir uns bemühen andere nicht zu verletzen, denn durch unser Tun können Zeitbomben entstehen. Verletzte Kinder schlagen nicht selten als Erwachsene um sich, werden niederträchtig und gemein und keiner versteht weshalb. Das größte Geschenk im Leben ist wohl dies, als Kind geliebt worden zu sein. Vielleicht muss man ein paar Jahrzehnte gelebt haben und vielen seelisch kranken Menschen begegnet sein, um das in seiner Tiefe zu begreifen.

„O egoismos dilitiriazei ti philia“

“Der Egoismus vergiftet die Freundschaft” (neugriechische Lebensweisheit)

„Viele egozentrische Mensch en kreisen um sich selbst und sind zu sozialen Beziehungen gar nicht fähig.“ (Zitat: Prof. Dr. Grabner-Haider)

Es stimmt zu soziale Beziehungen und damit auch zu Freundschaften sind Egoisten tatsächlich nicht in der Lage. Nennfreundschaften mit solchen Menschen zerbrechen, sobald man in Schwierigkeiten ist und Hilfe benötigt. Wenn für einen Egoisten kein irgendwie gearteter Profit aus einer Beziehung herausspringt, wendet er sich ab.

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.

Rezension: Die deutschen Sprichwörter (Broschiert)

Über 12 000 Sprichwörter trug Karl Simrock für seine berühmte Sammlung "Die deutschen Sprichwörter" aus dem Jahre 1846 zusammen. Der vorliegende Band basiert auf besagter Ausgabe. Wie man der editorischen Notiz entnehmen kann, wurde die originale Orthographie und Interpunktion beibehalten, die Druck-und Satzfehler wurden allerdings korrigiert.

Viele der Sprichwörter transportieren tiefgründige Lebensweisheiten und ebensolche Wahrheiten. Es ist schon erstaunlich, wenn mit wenigen Worten mehr als in ellenlangen Vorträgen gesagt wird.

Ich werde an dieser Stelle 7 Sprichwörter aus dem Buch zitieren, um zu zeigen, was den Leser im Buch erwartet. Nach meiner Ansicht lohnt es sich, über diese, wie über viele andere Sprichwörter im Buch nachzudenken, sie vielleicht mit Freunden zu diskutieren oder etwas darüber zu schreiben..



"Die Augen glauben sich selbst, die Ohren anderen Leuten."

"Wer zu Ehren kommen will, muss zuvor leiden."

"Freundschaft verdirbt durch Schweigen"

"Wenn Hochmuth aufgeht, geht das Glück unter."

"Liebe weiß verborgene Wege"

"Der Wolf findet leicht eine Ursache, wenn er das Schaf fressen will."

"Alles hat seine Zeit."

Das siebte Sprichwort ist m.E. das weiseste und wahrhaftigste. Wer schon ein wenig länger auf der Erde lebt, wird diesem Sprichwort nichts entgegenhalten können.

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den  Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.

Rezension:Mönchsweisheiten (Gebundene Ausgabe)

Dieses Büchlein enthält eine Vielzahl von Mönchsweisheiten. Es handelt sich dabei um Gedanken von Johannes Cassianus (360-435), Gründer des Klosters St. Victors bei Marseille, von Buddha (6. Jhd. V. Chr.), Ignatius von Loyala (1491-1556), Gründer des Jesuitenordens, Meister Eckhart (1260-1328), Dominikaner, Benedikt von Nursia (480-547), um diverse Sprüche der Wüstenväter u.a. mehr.

Die Gedanken kreisen um die Themen Ruhe des Herzens, Achtsamkeit, Loslassen, Sammlung und Einkehr, Handarbeit, Sorge um den Leib, Scheitern und Neubeginn, Armut, Welt und Einsamkeit, Demut, Sanftmut und um die Frage "Wie soll ich leben?
.
Die Gedanken werden von Fotos begleitet, die zum Nachdenken anregen. So sieht man buddhistische Mönchen beim Beten, auch beim interessierten Lesen, kann in die abgearbeitete, verrußte Hand eines Bergarbeiters blicken und in eine karge Mönchklause, in die durch ein offenes Fenster Sonnenlicht eindringt. Man sieht auch einen einsamen Mönch beim Meditieren am Wasser, den Schatten eines sich küssenden Paares, das sich liebevoll bei den Händen hält. Alle Bilder, auch jene, die ich jetzt nicht genannt habe, strahlen eine friedliche Stimmung aus.
Ameneh Bahrami, die einst hübsche iranische Studentin, deren verschmähter Verehrer ihr Gesicht mit Schwefelsäure entstellte, hat diesen Sonntag darauf verzichtet, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Hierzu kann man heute Näheres in der FAZ auf Seite 7 lesen. Bei einem Schicksal wie dem, das Bahrami aufgebürdet bekam, ist es sicher nicht einfach, sich zu den Gedanken Buddhas durchzuringen, obschon diese gewiss die Seele zur Ruhe kommen lassen.

"Er hat mich beschimpft und geschlagen,
niedergeworfen und beraubt."
Wer solche Gedanken festhält,
dessen Hass kommt nie zur Ruhe.

"Er hat mich beschimpft und geschlagen,
niedergeworfen und beraubt."
Wer solche Gedanken loslässt,
dessen Hass kommt bald zur Ruhe.

Noch nie hat Hass den Hass gestillt.
Nur Liebe und Güte stillen den Hass.
Das ist ein ewiges Gesetz.
Buddha(6 Jhd. V. Chr.) im Dhammapapa, 3-5, (Zitat Seite.54).

Ein Büchlein, das wirklich zum Nachdenken anregt.

Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.

Rezension: Freud wörtlich

 Dieses Buch enthält Zitate, Maximen, Prophezeiungen, Warnungen, Bonmonts und Witze des Psychoanalytikers Sigmund Freud (1856-1939). Die Zitate wurden ausgewählt von Hannes Etzlstorfer, Peter Nömaier und Inge Scholz-Strasser. Wie die Herausgeber bekunden, zeichnen diese das Profil dieser facettenreichen Persönlichkeit aus.

Untergeordnet sind die Zitate den Oberbegriffen:
Persönliches und Zwischenmenschliches

Wien und die Welt

Gesellschaft und Kultur

Streit und Konflikt

Traum und Illusion

Eros und Sexualität

Wissenschaft und Analyse

Witz und Humoristisches

Vermischtes

Kult und Religion


Dem jeweiligen Kapitel ist stets ein Foto von Freud vorgeschaltet und man erfährt immer im Rahmen kleiner, den jeweiligen Zitaten ebenfalls vorgeschalteter, aufschlussreicher Texte etwas aus dem Leben des großen Kenners unserer Psyche und zwar im Hinblick auf die Sentenzen, die dann folgen.

Mir ist bewusst, dass ich dem Buch nicht gerecht werde, wenn ich zwei oder drei Zitate hervorhebe. Doch anders lässt es sich in einer kurzen Rezension nicht machen.

Im Kapitel "Streit und Konflikt" habe ich eine Sentenz gefunden, die ich hier wiedergeben möchte, weil aus ihr sehr viel Hoffnung spricht. Ich weiß nicht, ob Psychoanalytiker des Hier und Heute diesen Satz aus ihren empirischen Erfahrungen heraus bestätigen können, aber ich finde, man sollte ihn wertfrei wirken lassen, eben dieser Hoffnung wegen, die er beinhaltet:

"Der Mensch ist selten im Ganzen gut oder böse, meist gut in dieser Relation, böse in einer anderen oder gut unter solchen äußeren Bedingungen, unter anderen entschieden böse. Interessant ist die Erfahrung, dass die kindliche Präexistenz starker böser Regungen oft geradezu Bedingung wird für eine besonders deutliche Wendung des Erwachsenen zum Guten. Die stärksten kindlichen Egoisten können die hilfreichsten und aufopferungsfähigsten Bürger werden, die meisten Mitleidsschwärmer, Menschenfreunde, Tierschützer haben sich aus kleinen Sadisten und Tierquälern entwickelt." (Zitat. S.67).

Im Kapitel "Eros und Sexualität" fand ich folgende Zitate, die ich bemerkenswert finde:
"Niemals sind wir ungeschützter gegen das Leiden, als wenn wir lieben, niemals hilfloser unglücklich, als wenn wir das geliebte Objekt oder seine Liebe verloren haben." (Zitat: S.96).

Sollen wir als Konsequenz uns auf die Liebe nicht mehr einlassen? Ich denke nicht, denn auch wenn wir in die Folge einer verlorenen Liebe möglicherweise leiden, sollte das keineswegs zur angsteinflößenden Vermeidungsstrategie führen, denn zumeist gelangen wir durch einen Verlust zu einer neuen seelischen Entwicklungsstufe, die uns demütiger aber auch weiser macht.
"Auf der Höhe eines Liebesverhältnisses bleibt kein Interesse für die Umwelt übrig; das Liebespaar genügt sich selbst, braucht auch nicht das gemeinsame Kind um glücklich zu sein." (Zitat:S.96)

Dies ist ein sehr provokant anmutender Satz von Freud, dem ich aber zustimme, weil ich weiß, dass die erotische Liebe, immer einen höchst egoistischen Aspekt in sich birgt. Dieser führt dazu, dass Menschen ihre Verantwortung nicht selten vergessen, sofern sie bereits einen Partner und Kinder haben. Sie sind wie paralysiert vom neuen Liebesobjekt, verlassen den langjährigen Partner und die Kinder der neuen Liebe wegen. Das geradezu magische Angezogensein vom neuen Liebesobjekt lässt einen Blick nach außen nicht zu, jedenfalls solange nicht bis man sich vom Höhepunkt dieser neuen Liebe wegbewegt hat.

Folgt man Freuds Gedanken, stellt sich in Zeiten der Empfängnisverhütung die Frage, ob der Entschluss, ein gemeinsames Kind zu bekommen, das Ende der Liebesbeziehung einläutet? Ich weiß darauf keine Antwort.

Ein empfehlenswertes Buch.

Bitte klicken Sie auf den Button unten, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch kaufen.

Rezension: Warum Frauen wie Teebeutel sind?

Dieses englisch-deutsche Zitatenbuch enthält eine Fülle hintergründiger, ironischer, teilweise skurriler Zitate von zumeist amerikanischen und englischen Persönlichkeiten, wie etwa William Blake, Robert Benchley, Truman Capote, Sir Winston Churchill, Bill Gates, William James, Henry Kissinger, Groucho Marx, Bertrand Russell, George Sand, Sharon Stone, Oscar Wilde, Sir Peter Ustinov u.a.m.

Die Zitate sind aphabetisch geordnet. Das Schlagwortregister im Anschluss an die Zitatensammlung ist in Englisch-Deutsch und in Deutsch-Englisch aufgeführt. Anschließend sind zudem alle Autoren mit Geburts- und Todestag aufgelistet.

Ich schätze Zitatebücher nicht nur deshalb, weil ich Zitate gerne in die Kopfzeile der Amazonrezensionen einbaue, sondern auch, weil sie oft langatmige Gedanken kurz und präzise auf den Punkt bringen. Dies möchte ich an einigen Beispielen aus dem Buch mit dem etwas eigenwilligen Titel verdeutlichen.

1) "No real gentleman will tell the naked truth in the presence of ladies". (Mark Twain)
"Kein wahrer Kavalier sagt die nackte Wahrheit in Anwesenheit von Damen."
Schade, dass die Zeiten wirklich höflicher Männer der Vergangenheit angehören. Hin und wieder gibt es ja gottlob noch den ein oder anderen dieser fast ausgestorbenen Spezies.:-)) Dabei geht es heute noch nicht mal mehr um nackte Wahrheiten, sondern darum, dass wenig charmante Männer mittlerweile in Anwesenheit von Damen ungeniert pöbeln und sich wundern, wenn Damen enerviert vom rüpelhaften Benehmen wie Teebeutel abtauchen. Wo ist die Contenance der Kavaliere alter Schule geblieben? Uns Frauen hat diese einst entzückt.

2) "To read is to translate, for no two person`s experiences are the same." (W. H. Auden)
"Lesen heisst übersetzen, denn keine zwei Menschen teilen die gleichen Erfahrungen."
Auden halte ich für sehr weise. Liest man mehrere Rezensionen zu einem Buch, so wird deutlich, dass in jeder Rezension in der subjektiven Betrachtung eines Textes Eigenerfahrung mitschwingt. Jeder setzt die Schwerpunkte dort, wo der Buchinhalt am intensivsten die Eigenerfahrung berührt hat. Ein bemerkenswertes Phänomen, das sich zu beobachten lohnt.

3)"Only the shallow know themselves." (Oscar Wilde)
"Nur die Oberflächlichen kennen sich selbst."
Stimmt. Der Mensch ist so vielschichtig und entdeckt, wenn er es zulässt, immer wieder neue Aspekte seines Wesens. Mitunter entdecken einige Menschen sogar im hohen Alter die Liebe in sich und verlieren von heute auf morgen ihren stacheligen Panzer aus Biestigkeiten.

4)"Experience teaches slowly an at the cost of mistakes."(James A. Froude)
"Die Erfahrung lehrt langsam, und ihr Preis sind Fehler".
Auch das ist wahr. Wer sich den ganzen Tag auf die Couch legt und Schokolade isst, wird wenig Erfahrungen sammeln, die ihn langsam belehren können, sprich vielleicht klüger werden lassen und er wird auch kaum Fehler machen, sieht man mal davon ab, dass er die Erfahrung macht, dass ein solch pausenloses Faulenzen mit Schokostreicheleinheiten den Körper ungeahnt ausdehnt und Kurzatmigkeit zur Folge hat. Aber ist es ein Fehler am pulsierenden Leben nicht teilzunehmen? Wer weiß darauf schon eine letztgültige Antwort?

5) "Love looks through a telescope; envy, through a microscope." (Josh Billings)
"Die Liebe blickt durch ein Teleskop; der Neid durch ein Mikroskop."
Diese Erfahrung habe ich in meinem Leben bisher immer wieder gemacht. Menschen, die ununterbrochen nach Haarspitzen in Suppen aller Art fahnden, mangelt es zumeist an Liebesfähigkeit und sie sind immer extrem neiderfüllt.

6) "Not many people have ever died of love. But multitudes have perished, and are perishing every hour- and in the oddest place!- for the lack of it." (James Baldwin)
"Nicht viele Menschen sind je aus Liebe gestorben. Doch eine Vielzahl sind gestorben und sterben in jeder Stunde und an den seltsamsten Orten aus Mangel an Liebe."
Das sollte jedem bewusst werden und dazu veranlassen, seinen Mitmenschen positiv, lächelnd und mit Wärme zu begegnen. Ein Lächeln kann jeder seinem Nächsten schenken, oder? :-))

7)"Maybe this world is another planet`s Hell."(Aldous Huxley)
"Vielleicht ist diese Welt die Hölle eines anderen Planeten."
Je älter ich werde, desto sicherer bin ich, dass Huxleys Annahme nicht weit von der Wahrheit entfernt liegt.
Empfehlenswert.
Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.

Rezension: Hermann Hesse »Lektüre für Minuten: Gedanken aus seinen Büchern und Schriften«

Dieses Buch umfasst Sentenzen der Nobelpreisträgers Hermann Hesse zu folgenden Themen: Politsches, Gesellschaft und Individuum, Aufgaben des Einzelnen, Bildung, Schule, Erziehung, Religion und Bewusstsein, Lesen und Bücher, Wirklichkeit und Imagination, Kunst und Künstler , Glück, Liebe, Tod sowie Jugend und Alter.

Wenn ich ein Buch eines Schriftstellers mit Aphorismen aufschlage, schaue ich zunächst immer, was er zur Liebe sagt. Betrachtungen über die Liebe sagen stets viel über den Verfasser aus, weil nichts einen Menschen so sehr bewegt wie die Liebe. Am meisten werden diejenigen davon bewegt, die sie selten geschenkt bekommen.

Bei Hesse fand ich sofort eine sehr intelligente Sentenz, in der er darauf hinweist, dass die Widerstände gegen das Anerkennen der körperlichen Liebe es sind, die die meisten Neurosen verursachen, aus den nicht selten auch allgemeine, edel aussehende, jedoch übel wirkende Verlogenheit im übrigen Leben ensteht, z. B. in den patriotischen und politischen Dingen. Stimmt. Hitler ist das beste Beispiel dafür.


An anderer Stelle sagt er, dass wir die Liebe möglichst frei halten müssen, um sie jede Stunde verschenken zu können und lässt dabei nicht unerwähnt, dass wir die Objekte, an die wir sie verschenken, immer überschätzen und daraus viel Leid fließe. Ich vermute Leid fließt nur dann, wenn man zu große Erwartungshaltungen hat. Vor diesen sollte man sich hüten. Wenn man liebt, sollte man keine Gegenliebe erwarten, sich aber freuen, wenn sie sich einstellt und sie als ein wundervolles Geschenk annehmen. Mit Geschenken sollte man sorgfältig umgehen, besonders mit der Liebe. Sie ist zerbrechlicher wie Glas und zwar immer.


Hesses Sentenzen zu Wissen und Bewusstsein beeindrucken mich am meisten. Für alle, die die "Basta-Haltung" wie eine Monstranz vor sich hertragen, möchte ich folgenden Gedanken zu Bedenken geben: "Alles Wissen und alle Vermehrung unseres Wissens endet nicht mit einem Schlusspunkt. Ein Plus an Wissen bedeutet ein Plus an Fragestellungen, und jede von ihnen wird immer wieder von neuen Fragestellungen abgelöst."


Hesse weiß, dass wir unseren Verstand gebrauchen müssen und sollen, gleichwohl sollen wir nicht allein auf ihn hören. Während die einfachen, gesunden Menschen, das "Volk" mit dem Leben und seinen Abgründen dadurch fertig wird, dass sie sich in den Aufgaben und Freuden des Tags und der Stunde ausleben, vermögen die Geistigen, -die mit dem Zwang zum Denken - in diese Unschuld nicht heimkehren. Hesse konstatiert, dass sie ein Gegengewicht gegen die Intelligenz und ihre Eitelkeit benötigen und sieht dieses Mittel in der Befreundung mit der Natur.


Hesse hat beobachtet, dass die meisten "Gebildeten", sofern sie nicht selbst Künstler sind, die Kunst genießen, die sie in der Malerei, Musik und Dichtung finden, weil so so Verbindung mit den Urkräften erhalten. Wem dies nicht genüge, bedürfe der Betrachtung und Versenkung. Der Weg hierzu sei Yoga. Gut beobachtet. Schade, dass diese Methode immer mehr in Vergessenheit gerät. Sie würde manch einen Menschen zufriedener machen.


Hesse sagt nicht umsonst: "Wir haben erfahren, dass der Mensch seinen Intellekt bis zu erstaunlichen Leistungen kultivieren kann, ohne dadurch der eigenen Seele Herr zu werden."



Rezension: Zitatenschatz der Weltliteratur (Gebundene Ausgabe)

Richard Zoozmanns "Zitatenschatz der Weltliteratur" enthält mehr als 13 000 Sprichwörter, Redensarten, Aphorismen, geflügelte Worte, Epigramme, Inschriften, Kinderreime, Totentanzverse, Grabinschriften, Gesundheits-, Wetter und Bauernregeln.

Die Sentenzen sind alphabetisch nach Schlagwörtern geordnet. Man erfährt stets, woher sie stammen, wer der Verfasser ist und aus welchem Text sie hervorgehen.


Ich werde hier fünf Sentenzen vorstellen und zwar ganz willkürlich dem Buch entnommen, indem ich jeweils geblättert und blind auf eine Sentenz gedeutet habe.

1) Bismarck sagte am 21.4.1887: "Denn was ist ein Opportunist? Ein Mann, der die günstige Gelegenheit benutzt, um das durchzuführen, was er für nützlich und zweckmäßig hält; und das ist ja die Aufgabe der ganzen Diplomatie."


2) "Wo ich sitze, ist immer oben." (Bismark zum Zeremonienmeister- als dieser sich wegen des dem Fürsten angewiesenen Platzes entschuldigen zu müssen glaubte.)


3) "Wo keine Liebe ist, ist auch keine Wahrheit. Und nur der ist etwas, der etwas liebt. Nichts sein und nichts lieben, ist identisch. (L. Feuerbach, Philo. Kritiken 2.)


4)"Halte es mit jedermann freundlich, vertraue aber unter Tausenden kaum einem." (Jesus, Sirach 6,6)

5)"Privilegien aller Art sind das Grab der Freiheit und Gerechtigkeit". (Seume, Spaziergang nach Syrakus: Paris)

Ein interessanter Mix, nicht wahr? Es lohnt, über jede einzelne Sentenz nachzudenken und auch darüber zu diskutieren.

Rezension: Zitate für jeden Anlass: Die passenden Worte schnell gefunden. Mit Originalzitaten aus aller Welt. Extra: Fernöstliche Weisheiten (Große Kompasse) (Taschenbuch)

Es hat einen schützenden Einband, ist klein und handlich und trotzdem klug und umfassend. Besonders originell finde ich auf der Innenseite des Titels die Merkhinweise, wie man sich Zitate einprägen kann. Es geht darum, die Kernwörter zu destillieren und sie visuell zu erinnern.

Die Inhalte sind nach den Hauptkapiteln FREUNDE UND FAMILIE, GROßE GEFÜHLE, FREIZEITVERGNÜGEN, MENSCHLICHES, BERUF UND WIRTSCHAFT, WELT UND RELIGION SOWIE SERVICES unterteilt. Es gibt kein Schlagwortverzeichnis, aber ein umfassendes Autorenverzeichnis. Sehr hilfreich zudem die Internethinweise, bei denen ich u.a. die Seite womantickerDOTnet gefunden habe.

Die Seiten sind vom Layout her übersichtlich und in der Farbführung in Schwarz-Weinrot-Hellrot gehalten, sehr gut untergliedert und mühelos lesbar. Mittendrin gibt es sogenannte Specials (2 Seiten über GUTE RATSCHLÄGE, RUND UM DEN KUSS, LATEINISCHER HUMOR, FRANZÖSISCHE BONMOTS, PROMINENTE UNTER SICH, NUR MUT, TO BE OR NOT TO BE QUOTATIONS, FERNÖSTLICHE WEISHEITEN, TUTTO ITALIANO), die das Buch zu einem wirklichen Erlebnis machen.


"CHERCHEZ LA FEMME!" ist Teil der Französischen Bonmots und stammt von Alexandre Dumas. Dieses Zitat wird im Sinne von gebraucht, dass dahinter bestimmt wieder eine Frau steckt. Es stammt aus Dumas Drama "Les Mohicans de Paris".

Das Buch enthält viel Schönes, Bekanntes, geht aber weit darüber hinaus:

"Wo viel Geld ist, geht immer ein Gespenst um..." (Theodor Fontane)

"Lebensfreude entsteht durch Frieden, der nicht statisch, sondern dynamisch ist." (Henry Miller)

"Wenn ein Mann seine Meinung äußert, ist er ein Mann. Wenn eine Frau dasselbe tut, ist sie ein Miststück." (Bette Davis)

"Das männliche Ego ist, bis auf wenige Ausnahmen, elefantös. (Bette Davis)

Empfehlenswert!


Rezension: Das neue Lexikon der lateinischen Zitate

"Nichts ist schwer, wenn man will."( Zitat: Cicero), 17. Oktober 2010

Dieses Lexikon der lateinischen Zitate mit einem Stichwortregister wurde von Lukas Moritz 2008 neu herausgegeben. Es enthält über 10 000 lateinische Zitate, Redewendungen und Sentenzen sowie Sprichwörter, Rechtsregeln und Aphorismen.

Die Zitate sind alphabetisch geordnet und in lateinischer sowie deutscher Sprache aufgeführt. Man erfährt von wem die Zitate und Redewendungen stammen und darf sich einer Fülle kluger Gedanken erfreuen.
Ich nutze Zitatebücher in erster Linie für die Kopfzeilen meiner Rezensionen und studiere nicht selten einen ganzen Abend in meinen Zitatebüchern, um geeignete Zitate zu finden, die in einem nachvollziehbaren Zusammenhang mit den Rezensionen stehen.

Sehr oft lese ich kurz vom Einschlafen noch eine Sentenz eines längst verstorbenen Philosophen und lasse diese auf mich wirken. Es macht mir Freude die Zitate im Buch in lateinischer Sprache zu lesen, denn Latein war mein Lieblingsfach in der Schule. Mein "Großes Latinum" erwarb ich aufgrund der Übersetzung und Interpretation eines Cicero-Textes.

Cicero war es, der zur Recht feststellte, dass man sich selbst am wenigsten kennt und es am schwersten fällt über sich selbst zu urteilen und er war es auch, der wusste, dass die kleinsten Ursachen die größten Folgen haben.

Die Klugheit Ciceros wird an einer Sentenzen besonders deutlich, die ich an dieser Stelle zitieren möchte, nicht zuletzt, weil es heutzutage Menschen gibt, die den Sinn des Lebens in Feindschaften sehen und für dieses destruktive Verhalten sogar in Büchern werben.

"Ohne Freundschaft haben wir unter keinen Umständen verlässlich und dauerhaft Lebensfreude, eine Freundschaft kann man nur erhalten, wenn wir die Freunde ebenso lieben wie uns selbst."( Zitat: Cicero, de finibus bonorum et malorum, 1.67) Genau so ist es.

Dem großen Anbeter von Feindschaften möchte ich an dieser Stelle eine weitere Sentenz von Cicero entgegenhalten, über die es sich wirklich nachzudenken lohnt:

"Nihil inimicius quam sibi ipse."

Kein größerer Feind als er sich selbst.
(Zitat :Cicero, Ad Atticum, 10. 12 a, 3.)

Jeder Psychologe wird diesen Satz bestätigen und ganz genau erklären, weshalb Menschen, die sich selbst hassen, nach Feinden Ausschau halten, auf die sie ihren Selbsthass zu projezieren trachten. Es ist sehr schade das dies, was so sonnenklar auf der Hand liegt, von einem Betroffenen zumeist nicht nachvollzogen werden kann.

Es macht keine Freude über Feindschaften zu schreiben, sondern weitaus lieber schreibe ich über die Liebe. Gottlob finden sich im Buch weitaus mehr Zitate über die Liebe als über den Hass und über Feindschaft.

Horaz sagt "Die Liebe lässt liegen, was sich ihr anbietet, und greift nach dem, was sich ihr entzieht." Das stimmt. Ovid fügt diesem Gedanken einen weiteren hinzu, "Der Schmerz des Verschmähtwerdens lässt die Liebe wachsen." Diese beiden Sentenzen geben Plautus recht, der resümierend feststellt: "Die Liebe bringt auch Bitterkeit". Gleichwohl gibt es nichts Schöneres auf unserer Welt als lieben zu dürfen.

An dieser Stelle möchte ich eine Sentenz von Horaz in deutscher Sprache wiedergeben, die ich besonders schätze:

"Hüte dich zu fragen, was morgen sein mag, und nimm jeden Tag, den das Schicksal dir schenken wird, als Gewinn und weise süße Liebe und den Tanz nicht von dir, solange du noch kräftig bis und das mürrische Alter fern."

Meine Lebenserfahrung hat mich gelehrt, dass nachstehender Gedanke von Gellius immer zutrifft: Die Wahrheit ist die Tochter der Zeit." Also warten wir ab bis die Wahrheit ans Licht kommt.

Sehr emfehlenswert.
Bitte klicken Sie auf den Button, dann gelangen Sie zu Amazon und können das Buch bestellen.