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Rezension: Warum Frauen wie Teebeutel sind?

Dieses englisch-deutsche Zitatenbuch enthält eine Fülle hintergründiger, ironischer, teilweise skurriler Zitate von zumeist amerikanischen und englischen Persönlichkeiten, wie etwa William Blake, Robert Benchley, Truman Capote, Sir Winston Churchill, Bill Gates, William James, Henry Kissinger, Groucho Marx, Bertrand Russell, George Sand, Sharon Stone, Oscar Wilde, Sir Peter Ustinov u.a.m.

Die Zitate sind aphabetisch geordnet. Das Schlagwortregister im Anschluss an die Zitatensammlung ist in Englisch-Deutsch und in Deutsch-Englisch aufgeführt. Anschließend sind zudem alle Autoren mit Geburts- und Todestag aufgelistet.

Ich schätze Zitatebücher nicht nur deshalb, weil ich Zitate gerne in die Kopfzeile der Amazonrezensionen einbaue, sondern auch, weil sie oft langatmige Gedanken kurz und präzise auf den Punkt bringen. Dies möchte ich an einigen Beispielen aus dem Buch mit dem etwas eigenwilligen Titel verdeutlichen.

1) "No real gentleman will tell the naked truth in the presence of ladies". (Mark Twain)
"Kein wahrer Kavalier sagt die nackte Wahrheit in Anwesenheit von Damen."
Schade, dass die Zeiten wirklich höflicher Männer der Vergangenheit angehören. Hin und wieder gibt es ja gottlob noch den ein oder anderen dieser fast ausgestorbenen Spezies.:-)) Dabei geht es heute noch nicht mal mehr um nackte Wahrheiten, sondern darum, dass wenig charmante Männer mittlerweile in Anwesenheit von Damen ungeniert pöbeln und sich wundern, wenn Damen enerviert vom rüpelhaften Benehmen wie Teebeutel abtauchen. Wo ist die Contenance der Kavaliere alter Schule geblieben? Uns Frauen hat diese einst entzückt.

2) "To read is to translate, for no two person`s experiences are the same." (W. H. Auden)
"Lesen heisst übersetzen, denn keine zwei Menschen teilen die gleichen Erfahrungen."
Auden halte ich für sehr weise. Liest man mehrere Rezensionen zu einem Buch, so wird deutlich, dass in jeder Rezension in der subjektiven Betrachtung eines Textes Eigenerfahrung mitschwingt. Jeder setzt die Schwerpunkte dort, wo der Buchinhalt am intensivsten die Eigenerfahrung berührt hat. Ein bemerkenswertes Phänomen, das sich zu beobachten lohnt.

3)"Only the shallow know themselves." (Oscar Wilde)
"Nur die Oberflächlichen kennen sich selbst."
Stimmt. Der Mensch ist so vielschichtig und entdeckt, wenn er es zulässt, immer wieder neue Aspekte seines Wesens. Mitunter entdecken einige Menschen sogar im hohen Alter die Liebe in sich und verlieren von heute auf morgen ihren stacheligen Panzer aus Biestigkeiten.

4)"Experience teaches slowly an at the cost of mistakes."(James A. Froude)
"Die Erfahrung lehrt langsam, und ihr Preis sind Fehler".
Auch das ist wahr. Wer sich den ganzen Tag auf die Couch legt und Schokolade isst, wird wenig Erfahrungen sammeln, die ihn langsam belehren können, sprich vielleicht klüger werden lassen und er wird auch kaum Fehler machen, sieht man mal davon ab, dass er die Erfahrung macht, dass ein solch pausenloses Faulenzen mit Schokostreicheleinheiten den Körper ungeahnt ausdehnt und Kurzatmigkeit zur Folge hat. Aber ist es ein Fehler am pulsierenden Leben nicht teilzunehmen? Wer weiß darauf schon eine letztgültige Antwort?

5) "Love looks through a telescope; envy, through a microscope." (Josh Billings)
"Die Liebe blickt durch ein Teleskop; der Neid durch ein Mikroskop."
Diese Erfahrung habe ich in meinem Leben bisher immer wieder gemacht. Menschen, die ununterbrochen nach Haarspitzen in Suppen aller Art fahnden, mangelt es zumeist an Liebesfähigkeit und sie sind immer extrem neiderfüllt.

6) "Not many people have ever died of love. But multitudes have perished, and are perishing every hour- and in the oddest place!- for the lack of it." (James Baldwin)
"Nicht viele Menschen sind je aus Liebe gestorben. Doch eine Vielzahl sind gestorben und sterben in jeder Stunde und an den seltsamsten Orten aus Mangel an Liebe."
Das sollte jedem bewusst werden und dazu veranlassen, seinen Mitmenschen positiv, lächelnd und mit Wärme zu begegnen. Ein Lächeln kann jeder seinem Nächsten schenken, oder? :-))

7)"Maybe this world is another planet`s Hell."(Aldous Huxley)
"Vielleicht ist diese Welt die Hölle eines anderen Planeten."
Je älter ich werde, desto sicherer bin ich, dass Huxleys Annahme nicht weit von der Wahrheit entfernt liegt.
Empfehlenswert.
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Rezension: Hermann Hesse »Lektüre für Minuten: Gedanken aus seinen Büchern und Schriften«

Dieses Buch umfasst Sentenzen der Nobelpreisträgers Hermann Hesse zu folgenden Themen: Politsches, Gesellschaft und Individuum, Aufgaben des Einzelnen, Bildung, Schule, Erziehung, Religion und Bewusstsein, Lesen und Bücher, Wirklichkeit und Imagination, Kunst und Künstler , Glück, Liebe, Tod sowie Jugend und Alter.

Wenn ich ein Buch eines Schriftstellers mit Aphorismen aufschlage, schaue ich zunächst immer, was er zur Liebe sagt. Betrachtungen über die Liebe sagen stets viel über den Verfasser aus, weil nichts einen Menschen so sehr bewegt wie die Liebe. Am meisten werden diejenigen davon bewegt, die sie selten geschenkt bekommen.

Bei Hesse fand ich sofort eine sehr intelligente Sentenz, in der er darauf hinweist, dass die Widerstände gegen das Anerkennen der körperlichen Liebe es sind, die die meisten Neurosen verursachen, aus den nicht selten auch allgemeine, edel aussehende, jedoch übel wirkende Verlogenheit im übrigen Leben ensteht, z. B. in den patriotischen und politischen Dingen. Stimmt. Hitler ist das beste Beispiel dafür.


An anderer Stelle sagt er, dass wir die Liebe möglichst frei halten müssen, um sie jede Stunde verschenken zu können und lässt dabei nicht unerwähnt, dass wir die Objekte, an die wir sie verschenken, immer überschätzen und daraus viel Leid fließe. Ich vermute Leid fließt nur dann, wenn man zu große Erwartungshaltungen hat. Vor diesen sollte man sich hüten. Wenn man liebt, sollte man keine Gegenliebe erwarten, sich aber freuen, wenn sie sich einstellt und sie als ein wundervolles Geschenk annehmen. Mit Geschenken sollte man sorgfältig umgehen, besonders mit der Liebe. Sie ist zerbrechlicher wie Glas und zwar immer.


Hesses Sentenzen zu Wissen und Bewusstsein beeindrucken mich am meisten. Für alle, die die "Basta-Haltung" wie eine Monstranz vor sich hertragen, möchte ich folgenden Gedanken zu Bedenken geben: "Alles Wissen und alle Vermehrung unseres Wissens endet nicht mit einem Schlusspunkt. Ein Plus an Wissen bedeutet ein Plus an Fragestellungen, und jede von ihnen wird immer wieder von neuen Fragestellungen abgelöst."


Hesse weiß, dass wir unseren Verstand gebrauchen müssen und sollen, gleichwohl sollen wir nicht allein auf ihn hören. Während die einfachen, gesunden Menschen, das "Volk" mit dem Leben und seinen Abgründen dadurch fertig wird, dass sie sich in den Aufgaben und Freuden des Tags und der Stunde ausleben, vermögen die Geistigen, -die mit dem Zwang zum Denken - in diese Unschuld nicht heimkehren. Hesse konstatiert, dass sie ein Gegengewicht gegen die Intelligenz und ihre Eitelkeit benötigen und sieht dieses Mittel in der Befreundung mit der Natur.


Hesse hat beobachtet, dass die meisten "Gebildeten", sofern sie nicht selbst Künstler sind, die Kunst genießen, die sie in der Malerei, Musik und Dichtung finden, weil so so Verbindung mit den Urkräften erhalten. Wem dies nicht genüge, bedürfe der Betrachtung und Versenkung. Der Weg hierzu sei Yoga. Gut beobachtet. Schade, dass diese Methode immer mehr in Vergessenheit gerät. Sie würde manch einen Menschen zufriedener machen.


Hesse sagt nicht umsonst: "Wir haben erfahren, dass der Mensch seinen Intellekt bis zu erstaunlichen Leistungen kultivieren kann, ohne dadurch der eigenen Seele Herr zu werden."



Rezension: Zitatenschatz der Weltliteratur (Gebundene Ausgabe)

Richard Zoozmanns "Zitatenschatz der Weltliteratur" enthält mehr als 13 000 Sprichwörter, Redensarten, Aphorismen, geflügelte Worte, Epigramme, Inschriften, Kinderreime, Totentanzverse, Grabinschriften, Gesundheits-, Wetter und Bauernregeln.

Die Sentenzen sind alphabetisch nach Schlagwörtern geordnet. Man erfährt stets, woher sie stammen, wer der Verfasser ist und aus welchem Text sie hervorgehen.


Ich werde hier fünf Sentenzen vorstellen und zwar ganz willkürlich dem Buch entnommen, indem ich jeweils geblättert und blind auf eine Sentenz gedeutet habe.

1) Bismarck sagte am 21.4.1887: "Denn was ist ein Opportunist? Ein Mann, der die günstige Gelegenheit benutzt, um das durchzuführen, was er für nützlich und zweckmäßig hält; und das ist ja die Aufgabe der ganzen Diplomatie."


2) "Wo ich sitze, ist immer oben." (Bismark zum Zeremonienmeister- als dieser sich wegen des dem Fürsten angewiesenen Platzes entschuldigen zu müssen glaubte.)


3) "Wo keine Liebe ist, ist auch keine Wahrheit. Und nur der ist etwas, der etwas liebt. Nichts sein und nichts lieben, ist identisch. (L. Feuerbach, Philo. Kritiken 2.)


4)"Halte es mit jedermann freundlich, vertraue aber unter Tausenden kaum einem." (Jesus, Sirach 6,6)

5)"Privilegien aller Art sind das Grab der Freiheit und Gerechtigkeit". (Seume, Spaziergang nach Syrakus: Paris)

Ein interessanter Mix, nicht wahr? Es lohnt, über jede einzelne Sentenz nachzudenken und auch darüber zu diskutieren.

Rezension: Zitate für jeden Anlass: Die passenden Worte schnell gefunden. Mit Originalzitaten aus aller Welt. Extra: Fernöstliche Weisheiten (Große Kompasse) (Taschenbuch)

Es hat einen schützenden Einband, ist klein und handlich und trotzdem klug und umfassend. Besonders originell finde ich auf der Innenseite des Titels die Merkhinweise, wie man sich Zitate einprägen kann. Es geht darum, die Kernwörter zu destillieren und sie visuell zu erinnern.

Die Inhalte sind nach den Hauptkapiteln FREUNDE UND FAMILIE, GROßE GEFÜHLE, FREIZEITVERGNÜGEN, MENSCHLICHES, BERUF UND WIRTSCHAFT, WELT UND RELIGION SOWIE SERVICES unterteilt. Es gibt kein Schlagwortverzeichnis, aber ein umfassendes Autorenverzeichnis. Sehr hilfreich zudem die Internethinweise, bei denen ich u.a. die Seite womantickerDOTnet gefunden habe.

Die Seiten sind vom Layout her übersichtlich und in der Farbführung in Schwarz-Weinrot-Hellrot gehalten, sehr gut untergliedert und mühelos lesbar. Mittendrin gibt es sogenannte Specials (2 Seiten über GUTE RATSCHLÄGE, RUND UM DEN KUSS, LATEINISCHER HUMOR, FRANZÖSISCHE BONMOTS, PROMINENTE UNTER SICH, NUR MUT, TO BE OR NOT TO BE QUOTATIONS, FERNÖSTLICHE WEISHEITEN, TUTTO ITALIANO), die das Buch zu einem wirklichen Erlebnis machen.


"CHERCHEZ LA FEMME!" ist Teil der Französischen Bonmots und stammt von Alexandre Dumas. Dieses Zitat wird im Sinne von gebraucht, dass dahinter bestimmt wieder eine Frau steckt. Es stammt aus Dumas Drama "Les Mohicans de Paris".

Das Buch enthält viel Schönes, Bekanntes, geht aber weit darüber hinaus:

"Wo viel Geld ist, geht immer ein Gespenst um..." (Theodor Fontane)

"Lebensfreude entsteht durch Frieden, der nicht statisch, sondern dynamisch ist." (Henry Miller)

"Wenn ein Mann seine Meinung äußert, ist er ein Mann. Wenn eine Frau dasselbe tut, ist sie ein Miststück." (Bette Davis)

"Das männliche Ego ist, bis auf wenige Ausnahmen, elefantös. (Bette Davis)

Empfehlenswert!


Rezension: Das neue Lexikon der lateinischen Zitate

"Nichts ist schwer, wenn man will."( Zitat: Cicero), 17. Oktober 2010

Dieses Lexikon der lateinischen Zitate mit einem Stichwortregister wurde von Lukas Moritz 2008 neu herausgegeben. Es enthält über 10 000 lateinische Zitate, Redewendungen und Sentenzen sowie Sprichwörter, Rechtsregeln und Aphorismen.

Die Zitate sind alphabetisch geordnet und in lateinischer sowie deutscher Sprache aufgeführt. Man erfährt von wem die Zitate und Redewendungen stammen und darf sich einer Fülle kluger Gedanken erfreuen.
Ich nutze Zitatebücher in erster Linie für die Kopfzeilen meiner Rezensionen und studiere nicht selten einen ganzen Abend in meinen Zitatebüchern, um geeignete Zitate zu finden, die in einem nachvollziehbaren Zusammenhang mit den Rezensionen stehen.

Sehr oft lese ich kurz vom Einschlafen noch eine Sentenz eines längst verstorbenen Philosophen und lasse diese auf mich wirken. Es macht mir Freude die Zitate im Buch in lateinischer Sprache zu lesen, denn Latein war mein Lieblingsfach in der Schule. Mein "Großes Latinum" erwarb ich aufgrund der Übersetzung und Interpretation eines Cicero-Textes.

Cicero war es, der zur Recht feststellte, dass man sich selbst am wenigsten kennt und es am schwersten fällt über sich selbst zu urteilen und er war es auch, der wusste, dass die kleinsten Ursachen die größten Folgen haben.

Die Klugheit Ciceros wird an einer Sentenzen besonders deutlich, die ich an dieser Stelle zitieren möchte, nicht zuletzt, weil es heutzutage Menschen gibt, die den Sinn des Lebens in Feindschaften sehen und für dieses destruktive Verhalten sogar in Büchern werben.

"Ohne Freundschaft haben wir unter keinen Umständen verlässlich und dauerhaft Lebensfreude, eine Freundschaft kann man nur erhalten, wenn wir die Freunde ebenso lieben wie uns selbst."( Zitat: Cicero, de finibus bonorum et malorum, 1.67) Genau so ist es.

Dem großen Anbeter von Feindschaften möchte ich an dieser Stelle eine weitere Sentenz von Cicero entgegenhalten, über die es sich wirklich nachzudenken lohnt:

"Nihil inimicius quam sibi ipse."

Kein größerer Feind als er sich selbst.
(Zitat :Cicero, Ad Atticum, 10. 12 a, 3.)

Jeder Psychologe wird diesen Satz bestätigen und ganz genau erklären, weshalb Menschen, die sich selbst hassen, nach Feinden Ausschau halten, auf die sie ihren Selbsthass zu projezieren trachten. Es ist sehr schade das dies, was so sonnenklar auf der Hand liegt, von einem Betroffenen zumeist nicht nachvollzogen werden kann.

Es macht keine Freude über Feindschaften zu schreiben, sondern weitaus lieber schreibe ich über die Liebe. Gottlob finden sich im Buch weitaus mehr Zitate über die Liebe als über den Hass und über Feindschaft.

Horaz sagt "Die Liebe lässt liegen, was sich ihr anbietet, und greift nach dem, was sich ihr entzieht." Das stimmt. Ovid fügt diesem Gedanken einen weiteren hinzu, "Der Schmerz des Verschmähtwerdens lässt die Liebe wachsen." Diese beiden Sentenzen geben Plautus recht, der resümierend feststellt: "Die Liebe bringt auch Bitterkeit". Gleichwohl gibt es nichts Schöneres auf unserer Welt als lieben zu dürfen.

An dieser Stelle möchte ich eine Sentenz von Horaz in deutscher Sprache wiedergeben, die ich besonders schätze:

"Hüte dich zu fragen, was morgen sein mag, und nimm jeden Tag, den das Schicksal dir schenken wird, als Gewinn und weise süße Liebe und den Tanz nicht von dir, solange du noch kräftig bis und das mürrische Alter fern."

Meine Lebenserfahrung hat mich gelehrt, dass nachstehender Gedanke von Gellius immer zutrifft: Die Wahrheit ist die Tochter der Zeit." Also warten wir ab bis die Wahrheit ans Licht kommt.

Sehr emfehlenswert.
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Rezension: Friedrich Nietzsche- Aphorismen

"Mitfreude, nicht Mitleiden, macht den Freund." ( Nietzsche), 16. Oktober 2010



Gestern hatte der Philosoph Friedrich Nietzsche Geburtstag. Er wurde am 15.10.1844 in Röcken geboren und verstarb am 25.8.1900 in Weimar.


Das vorliegende Büchlein enthält Aphorismen dieses Philosophen. Untergliedert hat sie der Herausgeber Kai Kilian in die Rubriken:



-Der Mensch unter Menschen
-Glaube und Religion
-Kunst und Schönheit
-Tugend und Moral
-Liebe und Freundschaft
-Staat und Gesellschaft
-Alter und Vergänglichkeit

Alle seine Sentenzen bringen seine Klugheit zum Ausdruck. Ich finde, dass das eigentliche Wesen Nietzsches, den ich lange noch nicht mal im Ansatz begreifen wollte, weil mich Vorurteile abhielten, mich mit ihm wirklich näher zu befassen, sich in zwei seiner Aphorismen besonders gut nachzuvollziehen ist.

"Alle Menschen der Tiefe haben ihre Glückseligkeit darin, einmal den fliegenden Fischen zu gleichen und auf den äußersten Spitzen der Wellen zu spielen; sie schätzen als das Beste an den Dingen- dass sie eine Oberfläche haben: Ihre Hautlichkeit- sit venia verbo" (Zitat: S. 16).

"Das Leben ein Mittel der Erkenntnis- mit diesem Grundsatze im Herzen kann man nicht nur tapfer, sondern sogar fröhlich leben und fröhlich lachen"! ( Zitat: S. 17)
Kommentar meinerseits: Wohl wahr!

Nietzsches Sentenzen über Kunst habe ich mit großem Interesse gelesen. Der Philosoph kann es nicht verheimlichen, dass er im Sternzeichen Waage geboren ist. Deshalb auch weiß er, dass der große Stil dann entsteht, wenn das Schöne den Sieg über das Ungeheure davonträgt, (vgl.: S.37).

Nietzsche weiß, wenn man klug ist, ist es einem allein darum zu tun, das man Freude im Herzen habe und wenn man klug ist, tut man am besten daran, weise zu sein. (vgl: S.51) Kein einfaches Unterfangen, deshalb wohl gelingt es den wenigsten Menschen klug zu sein.

Sehr interessant finde ich Nietzsches Gedanken zum Mangel an Freunden. Er sagt, dass der Mangel an Freunden auf Neid und Anmaßung schließen lässt. Er sagt weiter, dass mancher seine Freunde nur dem glücklichen Umstand verdanke, dass er keinen Anlass zum Neide hat, (vgl: S. 79). Nietzsche kannte die Menschen, kannte vor allem ihre Abgründe offenbar sehr gut.

Jeder einzelne, der vielen im Buch enthaltenen Gedanken, könnte dazu dienen, einen kleinen Besinnungsaufsatz zu schreiben. Man könnte dabei mit folgender Sentenz beginnen: "Gegen die Männer-Krankheit der Selbstverachtung hilft am sichersten, von einem klugen Weibe geliebt zu werden."( S. 69)

Nietzsche wäre gerne von Lou Andreas-Salomé geliebt worden, doch sie liebte Rilke. Das war tragisch.
Zum Diskutieren eignet sich folgende Sentenz bestens: "Das Halbwissen ist siegreicher als das Ganzwissen: Es kennt die Dinge einfacher, als sie sind, und macht daher seine Meinung fasslicher und überzeugender." Eine sehr provokante Sentenz, die dazu anregt, zu widersprechen.


Nietzsche zeigt in all seinen Aphorismen, dass er ein brillanter Denker und ein ausgezeichneter Analytiker war.


Rezension: Der Indianer kennt keinen Schmerz

Dr. Alexander Bernaut hinterfragt in diesem Buch Redensarten nach ihrem Wahrheitsgehalt. Er zeigt dabei auf, welchen historischen Ursprung diese Sentenzen haben und macht deutlich, dass sie nicht immer so viel Weisheit transportieren, wie es scheint, stattdessen nicht selten fragwürdige Empfehlungen beinhalten und letztlich Dinge keineswegs immer auf den Punkt zu bringen vermögen. Manche Sentenzen fördern Vorurteile und Klischees und genau dies ist nicht unbedenklich.

Redensarten sollten reflektiert werden, bevor man sie anwendet, durch sie Empfehlungen abgibt oder sie gar zu Maximen des eigenen Lebens macht. "Die Zeit heilt alle Wunden" stimmt ebensowenig wie die Redensart "Ein Indianer kennt keinen Schmerz".


Der Autor versucht, in der Beleuchtung der von ihm ausgewählten Sentenzen stets psychologische Kriterien einfließen zu lassen. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass die alte Volksweisheit "Lachen ist die beste Medizin" zumindest von sehr hohem Wahrheitsgehalt ist.


Ganz zum Schluss nennt Dr. Bernhaut die drei wichtigsten Säulen unseres Lebens: Die Gesundheit, die Liebe und den Humor. Hier wartet er mit ausgewählten Zitaten großer Denker auf und verfährt in der Inhaltsanlyse entsprechend seiner Vorgehensweise bei den von ihm fokussierten " Volksweisheiten".


Das Ergebnis ist eindeutig: für den persönlichen Erkenntiszuwachs ist eigenes Nachdenken unumgänglich. Kritische Überlegungen im Hinblick auf Redensarten und Sentenzen fördern den Erkenntnisschub ganz gewiss.





Rezension:Handorakel: Handorakel und die Kunst der Weltklugheit (Gebundene Ausgabe)

Bedauernswert, dass man sich so genannte Lebensklugheit erst im Laufe vieler Jahre, wenn überhaupt, aneignen kann. Wie erfreulich wäre es doch, wenn man die dreihundert Betrachtungen aus Gracians Handorakel gewissermaßen als Rüstzeug mit auf den Weg bekäme, den Inhalt seiner Sentenzen schon frühzeitig begreifen und danach handeln würde! Vor wie vielen Fehlern bliebe man doch bewahrt!

Allzeit wäre man auf der Hut gegenüber Unhöflichen, Eigensinnigen, Anmaßlichen und Narren jeder Art. Immer würde man sich in seinen Meinungen mäßigen und stets so handeln als würde man gesehen. Man würde nie mehr hastig leben, aus seinen Feinden Nutzen ziehen, seine Antipathien meistern und sich auch keiner Launenhaftigkeit mehr hingeben. Wüßte man doch per se, dass nur wer umsichtig, klug, verständig, überlegt, tapfer, redlich und wahrhaftig handelt, im Leben liebenswürdig und im Tode denkwürdig sein kann. Man ließe sich nicht mehr täuschen, denn man begriffe von Anbeginn an, dass nur und nur darin die tatsächlich erstrebenswerten Lebensziele zu erblicken sind...!


Lassen wir den Denker selbst zu Worte kommen: "Schnell genug geschieht, was gut geschieht. Was sich auf der Stelle macht, kann auch auf der Stelle wieder zunichte gemacht werden: aber was eine Ewigkeit dauern soll, braucht eine, um zustande zu kommen. Nur die Vollkommenheit und Gründlichkeit hat Dauer. Was viel wert ist, kostet viel. Ist doch das edelste Metall das schwerste." Sentenz 57




Rezension:Die Lust des Lebens und der Liebe: Gedanken über die Lebenskunst (insel taschenbuch) (Taschenbuch)

Dieses Büchlein trägt den Untertitel "Die Lust des Lebens und der Liebe". Es enthält Gedanken Giacomo Casanovas zur Lebenskunst, zum Alter und Tod, zur Liebe, dem Laster und der Lust, auch zum Glück und der Dummheit und vielem anderen mehr.

Casanova (1725-1798) stand in seinem Leben mit vielen bedeutenden Persönlichkeiten in Kontakt, so z.B. mit dem Philosophen Voltaire. Wer den italienischen Schriftsteller als bloßen Frauenverführer abtut, springt zu kurz. Casanova war ein hochintelligenter, gebildeter Mann, ein ausgezeichneter Beobachter und Menschenkenner mit einem großen Erzähltalent.

Es ist unmöglich an dieser Stelle auf alle Sentenzen des Büchleins einzugehen, um Casanovas Klugheit zu huldigen. Ich teile seine Ansicht im Hinblick auf die Beurteilung von Menschen: "Um einen Menschen zu beurteilen, muss man sein Verhalten prüfen, wenn er gesund und frei ist; der Kranke oder Gefangene ist nicht mehr er selbst." Dies trifft meines Erachtens im Besonderen auf psychisch Kranke zu, deren Handlungsweisen nie als gut oder schlecht, sondern stets als Ausdruck ihres Krankseins begriffen werden sollten.

Seinen Betrachtungen über die Liebe stimme ich ebenfalls zu und ich glaube zu wissen, weshalb die Frauen diesen Mann so sehr liebten. Er war, das wird in all seinen Reflexionen deutlich, weder ein Jammerlappen noch ein Stärkeverherrlicher.

"Je älter ich wurde, um so mehr gewannen Frauen mit Geist meine Zuneigung. Der Geist wurde zum Ansporn, dessen meine abgestumpften Sinne bedurften, um lebendig zu sein." Ein bemerkenswerter Satz, der sehr viel über Casanova aussagt.

Einer der schönsten Gedanken im Buch ist folgender: "Da ich mich jederzeit als Hauptursache aller Widerwärtigkeiten, die mir zustießen, erkannte, habe ich mich stets mit Freuden in der Lage gesehen, mein eigner Schüler zu sein, und pflichtschuldigst meinen Lehrer zu lieben."

Wer so spricht, trägt Eigenverantwortung und ist mit sich im Reinen. Ein solcher Mensch geht positiv auf andere zu und alle schätzen ihn, nicht nur das andere Geschlecht.

Rezension: ...und noch mehr Zitate!

Dieses Zitatebuch enthält 1500 Sentenzen prominenter Autoren und Persönlichkeiten. Zitatebücher schätze ich, nicht nur weil ich Zitate fast immer in die Kopfzeile meiner Rezensionen bei Amazon einbaue und auf meinen Blogs monatlich neue Denkanstöße dieser Art einbinde, sondern, weil Zitate oft auch Grundlage langer Gespräche mit meinem Gatten sind, wenn wir freitags bei einem Glas Wein, musikhörend den Abend gemeinsam verbringen.

Die Zitate in diesem Buch sind nach Oberbegriffen alphabetisch geordnet. Ich werde, um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, einige Sentenzen hier zitieren:

Die Zitatesammlung nimmt seinen Anfang mit einem Gedanken von Ambrose Bierce, der zum Begriff "Abdankung" Folgendes zum Besten gibt:

"Eine Abdankung ist ein Akt, mit den ein Souverän (ich setzte gedanklich hinzu, oder Amtsträger) sein feines Gespür für die hohe Temperatur des Throns unter Beweis stellt". Nicht viele Souveräne besitzen dieses feine Gespür. Leider.

"Demut ist Unverwundbarkeit" stellt Marie von Ebner-Eschenbach fest und sie hat Recht. Hochmütige Menschen sind immer eitel und Eitelkeit macht stets verwundbar. Eitle Menschen können nie verzeihen. Das finde ich besonders schlimm.

Gottfried Benn sagt etwas sehr Interessantes: "Die deutsche Form der Revolution ist die Denunziation". Seit ich täglich meine Beobachtungen im Internet mache, weiß ich, dass die Aussage stimmt.

Margret Mead bekundet etwas sehr Wahres: "Eifersucht ist nicht der Gradmesser für die Größe der Liebe. An ihr lässt sich lediglich die Unsicherheit des Liebenden ablesen." Diesem Zitat ist im Grunde nicht hinzuzufügen, oder?

Elf Sentenzen zum Oberbegriff Kritiker haben mich inne halten lassen. Die Meinung im Hinblick auf Kritiker wird Kritiker nicht erfreuen. Am besten gefällt mir der Gedanke Brendan Behans. Er sagt, dass Kritiker wie Eunuchen in einem Harem seien: "Sie wissen, wie`s gemacht wird, sie haben`s jeden Tag gesehen. Sie sind aber unfähig, es selbst zu machen." Diese Sentenz ist sehr weise. Jeden Tag kann man sich im Internet davon überzeugen, wenn Möchtegernkritiker Philosophen, hervorragenden Schriftstellern und Wissenschaftlern ans Leder wollen, ohne inhaltlich präzise ihre Beckmessereien begründen zu können.

Sechsundfünfzig Zitate zum Begriff Liebe und nur ein Zitat zum Begriff "Lachen" haben mich nachdenklich gestimmt. Die Sentenz zum Begriff Lachen stammt von Oscar Wilde: "Lachen ist durchaus kein schlechter Beginn für eine Freundschaft und ihr bei weitem bestes Ende." Ich finde, dass dieses Zitat auch für Liebesbeziehungen gelten sollte. Weshalb gelingt dieses Lachen am Ende einer solchen Beziehung zumeist nicht? Hängt es damit zusammen, dass immer einer von zwei Liebenden sich am Ende einer Beziehung noch nicht entliebt hat? Ist es der Schmerz, der das Lachen verhindert?

Am besten gefallen mir die ironischen Sentenzen, deshalb auch mag ich die Gedanken von Oscar Wilde, George Bernhard Shaw, Ambrose Bierce, Karl Valentin, Gabriel Laub und Peter Ustinov so gerne. Es freut mich, dass das Buch viele ihrer brillanten Gedanken festgehalten hat.

Der brillantes Gedanke im Buch stammt m.E. aber von Harry Louis Mencken.
Dieser lautet:

"Puritanismus ist die quälende Furcht, dass irgendwer irgendwo glücklich sein könnte."

Sehr empfehlenswert.